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Zuckenriet

Georgskapelle Zuckenriet

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wütet wie an so vielen Orten in Europa auch im Fürstenland die Pest, die unter der Bevölkerung unzählige Opfer fordert. Um sich gegen die Pest und andere Seuchen mit Gottes Hilfe schützen zu können, gründen eine Handvoll Männer im Jahr 1611 eine Genossenschaft mit dem Ziel, zu Ehren des heiligen Georg eine Kapelle zu bauen.

Als das Stift St. Gallen den Bau der Kapelle bewilligt, kann mit der Erstellung des Gotteshauses begonnen werden. Die zum Bau der Kapelle benötigten Tuffsteine werden hierbei aus dem nahe gelegenen Steinbruch in Helfenschwil nach Zuckenriet transportiert. Die mitten im Dorfkern von Zuckenriet gelegene Kapelle, die gegen fünfzig Personen Raum bot und die in den Jahren 1843 und 1844 renoviert wurde, wird schliesslich in den 1960er-Jahren abgebrochen.

Schon in den 1920er Jahren beginnt man mit dem Sammeln von Geld, um die Kapelle mit einer Turmuhr zu erweitern. Zu diesem Zweck gründet man in Zuckenriet den Fünfrappen-Verein. Bald schon ändert sich das Ziel des Geldsammelns: Unter der Führung von Messmer Leo Jung, der von 1937 bis 1983 Präsident der Kapellgenossenschaft ist, wird nun für eine neue Georgskapelle Geld gesammelt.

Im Jahr 1959 ist es so weit: Die neue Georgskapelle, in der rund 120 Leute Platz finden, wird vom Bischof eingeweiht. Die Kapelle kostet 238000 Franken, die Genossenschaft steuert hierbei 142000 Franken aus Eigenmitteln bei, wie Ernst Inauen, langjähriger Aktuar der Genossenschaft, anhand der umfangreichen Dokumente zu berichten weiss.

Bezüglich der weiteren Entwicklung innerhalb der Kapellgenossenschaft Zuckenriet, die neben der Georgskapelle auch noch die Lourdes-Grotte und das Mesmerhaus verwaltet, zeigt sich Georg Gübeli, Präsident der Genossenschaft, zuversichtlich: "Die Kapellgenossenschaft ist gut verwurzelt im Dorf, was immer wieder in der Verbundenheit der Bevölkerung gegenüber der Kapelle zum Ausdruck kommt. Es finden wöchentliche Gottesdienste und auch Hochzeiten in der Kapelle statt."

Quelle: aus Wiler Zeitung 10.07.2008, "Gegen Pest und Seuchen" Sommerserie (2): Die Kapellgenossenschaft Zuckenriet und ihre schillernde Vergangenheit. Autor: Magnus Leibundgut